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Abschiedsgedicht
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Sammlung klassischer Gedichte zum Abschied. Die Abschiedsgedichte entstammen
antiquarischen Büchern. Seite 2 von 2 [abschiedsgedicht.htm]
O! nicht bloß für dieses Leben
Diesen schnellen Augenblick,
Ward die Freundschaft uns gegeben;
Nein, sie wächst dem reinen Glück
Einer bessern Welt entgegen,
Und, hier lieblich aufgeblüht,
Trägt sie dort erst Frucht und Segen,
Wo der Trennung Sturm entflieht.
poetische Bibliothekar, 1845
Bald bist Du fern von meinem Herzen;
Ach, Freund, wie fällt die Trennung schwer!
O denke mein; bei Freud' und Schmerzen,
Getrennt von mir durch Berg und Meer.
Mein Herz ist ewig, ewig Dein!
Gedenke, Teurer, öfters mein!
poetische Bibliothekar, 1845
Verzage nicht,
Blick' auf in jene Ferne,
Da glänzen tausend Sterne,
Wie groß ist Deines Vaters Haus!
Ach dort, ach dort erwarmen
An seiner Brust wir armen;
Drum wenn Dein Herz in Tränen bricht,
Verzage nicht!
poetische Bibliothekar, 1845
Innig zwar im tiefbewegten Herzen
Fühle ich der Trennung bittre Schmerzen;
Aber freudig lasse ich Dich gehen:
Denn es winkt aus dämmernd blauer Ferne,
Gleich des Abends holdem Liebessterne,
Freudig mir ein schönes Wiedersehn!
poetische Bibliothekar, 1845
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