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Abschiedssprüche
Sammlung: Sprüche zum Abschied. Die Abschiedssprüche entstammen:
poetische Bibliothekar von 1845. Seite 2 von 3 [sprueche-abschied.htm]
Was Du hinter Dir gelassen,
Schau nicht lang darnach zurück,
Vor Dir liegen blaue Berge,
Und dahinter manches Glück.
Dein liebes Bildnis, dass von weiten
Im Glanz der Erinnerung
Verschönt mir lacht, bleibt strahlend jung
Als wie der Geist zu allen Zeiten.
Leb wohl! Leb wohl, du Vaterstadt!
Ein Vogel schwingt sich auf,
Und was mein Herz gelitten hat,
Das flieget mit hinauf.
Das arme Herz - im klaren Morgentau
Kann es vergossne Tränen nur erkennen;
Des Himmels reinste Bläue ist ihm grau,
Wenn es vom treuen Glücke sich muss trennen.
O Erd', o Sonn', o all' ihr Taler, ihr Gefilde,
Euch eine Träne noch vor meinem Weitergehn!
Ihr Lüfte süß durchwürzt, ihr Strahlen klar und milde,
Wie seid ihr doch dem Blick des Scheidenden so schön!
Ach! dass in der Jugend frühem Rosenschimmer
Wir den Pfad der Trennung müssen gehn;
Traurig fragt ein Seufzer: scheiden wir auf immer?
Hoffnung lispelt: bis auf Wiedersehn!
Im schnellen Flug der Horen
Schwand einer Nähe Glück,
Was wir in Dir verloren,
Bringt uns kein Wunsch zurück.
Die Zeit entführt die Freude,
Und läutet sie zurück;
Lebt wohl, lebt wohl! ich scheide
Mit tränenschwerem Blick!
O hätten nur
Des Lebens kurze Tage
Nicht Trennung, so wär' trotz aller Plage
Nichts Trauriges in der Natur.
Die Blume sinkt, und gibt dem West den Duft zur Beute,
Ans Leben, an die Sonn' ein Lebewohl vorm Ziehn.
So scheid' auch ich, das Wort hauch' ich, indem ich scheide,
In einem vollen, süß wehmüt'gen Ton dahin.
Trennen, Freund, ist uns ein Wort,
Was so oft will schmerzen;
Doch wir ändern nur den Ort,
Nimmer unsre Herzen.
O wie mich innig rühret des letzten Odems Fächeln,
Wenn Dein Blick, Natur, es herbstlich trüb umschließt;
So haucht ein Freund: Lebwohl! so spielt das letzte Lächeln
Um Lippen, die nun bald der Tag der Trennung schließt!
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