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Geburtstagsgedichte
Sammlung klassischer Gedichte zum Geburtstag. Die Geburtstagsgedichte
entstammen antiquarischen Büchern. Seite 3 von 16
[gedichte-zum-geburtstag.htm]
An die Mutter
Heute ist der Tag, an welchem
Du die Sonn' zuerst erblickt,
Und sie hat Dir nun zum Gruße
Helle Strahlen hergeschickt.
Und es nahen all' die Lieben;
Jedes bringet Freude dar,
Auf der Freundschaft Hochaltare
Was für ihn das liebste war.
Auch ich komme unter ihnen. -
Zweifl' ich, was ich geben soll?
Habe gar nichts, als mich selber
Und ein Herz von Liebe voll.
Sieh' mich an mit milden Blicken,
Gut und schlecht, so wie ich bin,
Diesen Jungen, der Dich lieb hat,
Mutter, nimm mit Liebe hin!
Festtage des Lebens, 1856
An die Mutter (im Winter)
In den Gärten, auf den Auen,
Die wir draußen ringsum schauen,
Blüht schon längst kein Blümchen mehr;
Gärten, Auen stehen leer.
Denn auf schwarzer Wolken Wogen
Ist der Winder eingezogen.
Aber in der Herzen Garten,
Den die Eltern liebend warten,
Den die Mutter freundlich pflegt,
In der Kinder Herzen, regt
Immer sich ein Sommerleben,
Das viel' Blumen rings umgeben.
Eine Blume nun von allen
Will mit heute wohlgefallen.
`s ist das Blümchen Dankbarkeit,
Das Dein Kind Die liebend weiht!
Mag's Dich, wie die andern Gaben,
Liebe Mutter, freundlich laben.
Mag mir Gott die Kraft verleihen,
Dir's recht lange noch zu weihen,
Dass ich stets ein gutes Kind
Fleißig, folgsam, sei gesinnt!
Dann wirst Du Dich nie betrüben,
Stets mich so, wie heute, lieben.
Festtage des Lebens, 1856
An ?
Froh grüßt' ich heute beim Erwachen
Den Tag, wo Du als Erdengast
Des Lebens leicht gefügten Nachen
Zum ersten Mal betreten hast.
Er trug Dich rasch auf seinem Rücken
Aus Deiner Jugend heitrem Land,
Durch Stürme und durch Meerestücken
Zu dieses Tages fernem Strand.
"Gott war mit Dir" jauchzt froh die Lippe
Des Kindes, dem er Dich geschenkt.
Mit starkem Arm durch manch Klippe
Hat er den Nachen Dir gelenkt.
Und nun? Wer wird bei den Gefahren,
Mit welchen Sturm und Klippe droht,
Von heut das Ruder Dir bewahren,
Wer lenken Deines Lebens Boot?
"Gott bleibt mit Dir!" jauchzt voll Vertrauen
Das Herz, das Dir voll Liebe schlägt.
So will ich in die Zukunft schauen,
Der uns die Zeit entgegen trägt.
Festtage des Lebens, 1856
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