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Geburtstagsgedichte
Sammlung klassischer Gedichte zum Geburtstag. Die Geburtstagsgedichte
entstammen antiquarischen Büchern. Seite 12 von 16
[verse-zum-geburtstag.htm]
Der Gatte an die Gattin
Teure Gattin! sieh', ich bringe
Auch mein kleines Opfer dar;
Winde einen Kranz und singe
Laut dem Tag', der Dich gebar,
Drücke unter Freud' und Scherz
Inniger Dich heut' an Herz.
Ja, ich segne jene Stunde,
Wo ich Dich, Geliebte, fand,
Wo Du mir zum schönsten Bunde
Liebend reichtest Deine Hand.
Wiss', ich fühle ganz mein Glück,
Und hoch preis' ich mein Geschick!
Sehe, wie Du jeden Morgen
Freundlich mir entgegeneilst,
All' des Lebens Müh' und Sorgen
All' die Freuden mit mir teilst,
Die ein häuslich stiller Herd
Treuer Liebe nur gewährt.
Möchte' ich lang' an Deiner Seite
Durch dies Pilgerleben gehen,
Und so hochbeglückt, wie heute,
Einst auf ferne Tage sehn!
Welch ein seliger Verein
Würde dann der unsre sein!
poetische Bibliothekar, 1845
Der Gatte an die Gattin
Der Tag, der Dir das Leben gab,
Ist meinem Herzen teuer,
Ermuntert mich, bis an das Grab,
Zur lauten Jubelfeier.
Mit liebevoller Zärtlichkeit
Hast Du mein Glück begründet.
Dem Manne lächelt Seligkeit,
Der solche Gattin findet.
An Deiner Liebe treuen Hand
Hast Du mich sanft geleitet,
Und was Dein liebend Herz erfand
An Freuden, mir bereitet.
So bleibe, treues Weibchen, mir
Auch in den künft'gen Tagen,
Erfreue immer Dich mit mir,
Hilf mir auch Lasten tragen.
Es schenke jeder Augenblick
Dir Mut und neue Kräfte,
Und stilles, aber reines Glück
Im häuslichen Geschäfte.
Denn alles, alles bist Du mir
In jeder Lebensstunde;
Die reinste Freude dank' ich Dir
Auf diesem Erdenrunde.
poetische Bibliothekar, 1845
An den Geliebten oder die Geliebte
Das auch im Winter Blumen hold ersprießen,
Beweist der heut'ge Tag,
Den, gleich dem Frühling, lächelnd wir begrüßen
Mit frohem Herzensschlag;
Er ist es, der im wechselhaften Leben
Des Lichtes ersten Strahl
Dir, gutem Mädchen! liebevoll gegeben
Für dieses Pilgertal.
Und dieser Tag der ersten Lebensweihe
Begründet' auch mein Glück.
Wie sehr ich heute seiner mich erfreue,
Das sage Dir mein Blick!
Er möge stets auf goldnen Morgenschwingen
Und frei von Gram und Schmerz,
Louise, Dir erfüllte Wünsche bringen
Und Freude für dein Herz.
Sollt' eine Prüfung finster Dich umschleichen,
Dann mag Dein Wiegenfest
Dir schnell ein neues Bild der Hoffnung reichen,
Dass Dich der Schmerz verlässt.
Wo Freudenblumen hold herüber blicken,
Da sei's vergönnet mir,
Zum Kranze windend, schnell sie abzupflücken
Und sie zu widmen Dir.
Die höchsten Freuden immer Dir zu spenden,
Sei mir die schönste Pflicht;
Mir werde Dank dann aus Louisens Händen
Durch ein Vergissmeinnicht.
poetische Bibliothekar, 1845
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