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Liebesverse,
Poesiesprüche -
Poesie von Hoffmann von Fallersleben
Sammlung klassischer Liebesverse. Die Liebesverse entstammen antiquarischen
Büchern. Seite 2 von 9 [poesiesprueche.htm]
Wie soll ich nennen dich, dich Namenlose?
Ein Veilchen bist du immer, nah' ich mich;
Und fern von dir erscheinst du mir als Rose,
Und träumend seh' ich nur als Lilie dich.
Liebe Rose, blicke freier,
Lüfte deinen Knospenschleier,
Dass ich heute mit dir kose,
Liebe Rose!
Soll mir heut' ein Glück geschehen,
Muss ich heute wiedersehen,
An die ich denke Tag und Nacht,
Und - die an mich noch nie gedacht.
Meine Sehnsucht spinnet sich
An der Rosenknospe ein,
Schmetterling will sie für dich,
Du sollst ihre Rose sein.
In der Welt des Trugs und Schein,
O dass dich Gott behüte,
Dass nie sich trübe deines Seins
Jungfräulich schöne Blüte!
An der Rose Busen schmiegt sich
Tröpfchen Tau so still und wiegt sich.
Glühend heiß kommt Sonnenstrahl:
Rose, du bist mein Gemahl!
Sonnenstrahl kos't und wirbt,
Tröpfchen Tau hört's und stirbt.
Mir ist als müsstest du mich zwingen,
An dich zu denken, von dir zu singen,
Nach dir mich zu sehnen, nach dir zu verlangen,
Im Träume dich zu küssen, dich zu umfangen,
Und wachend vor dir mich zu neigen,
Und mit gesenktem Blicke zu schweigen.
Wohl ist mein Lied ein Bräutigam,
Wo aber ist die Braut?
Wann wird die Rose mit dem Stamm,
Woraus sie spross, getraut?
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