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Gedichte
zu Neujahr
Sammlung klassischer Gedichte zu Neujahr. Die Neujahrsgedichte entstammen
antiquarischen Büchern. Seite 2 von 7 [neujahrsgedichte.htm]
An die Eltern
Wieder ist ein Jahr verklungen,
Heil dem neugebornen Jahr!
Meines Herzens Huldigungen,
Teure Eltern! bring ich dar.
Habet Dank für Eure Mühen,
Die Ihr mich so fromm geliebt,
Meine Fehler mild verziehen,
Nachsicht und Geduld geübt.
Alles, was ich bin und habe,
Dank' ich Eurer Lieb' allein;
Darum will ich bis zum Grabe
Freudig Euch gehorsam sein.
Und ich fleh' zum Weltregierer,
Zu dem Gott der Lieb' und Treu':
Dass er Euch ein sich'rer Frührer
Auf der Bahn des Lebens sei!
Jeder Strahl der Morgensonne,
Jedes Mondes Silberblick
Bring' Euch ungetrübte Wonne
Und ein ungestörtes Glück!
Wandelt nur auf Blumenwegen,
Und ein redliches Gemüt
Soll mit Dankbarkeit Euch pflegen,
Die in reiner Andacht glüht.
Fest will ich an Euch mich schließen;
Trifft, Ihr Lieben, Euch ein Schmerz,
Soll ihn Mitgefühl versüßen
Und ein kindlich reines Herz.
Immer will ich fromm Euch lieben,
Folgsam jeder Pflicht mich weih'n;
Jede Tugend willig üben,
Eurer Sorge wert zu sein.
Sanft soll Euer Leben schwinden,
Und, gepflegt von meiner Hand,
Sollt Ihr Kindesliebe finden,
Wo ich Elternliebe fand.
poetische Bibliothekar, 1845
An die Mutter
Mit hoher Freude bringe ich
Ein Wünschchen liebend dar:
Gott segne, teure Mutter, Dich
Im neu erlebten Jahr.
Er schenke Dir Zufriedenheit,
Gesundheit, Heil und Glück,
Bewahre Dich vor Traurigkeit
und jedem Missgeschick.
Ich will durch Artigkeit und Fleiß
Dir Freude machen gern,
Dann leuchtet mir als schönster Preis
Der Mutterliebe Stern.
poetische Bibliothekar, 1845
An die Eltern
Das neue Jahr, das heut' wir schauen,
Wird's Freude bringen oder Schmerz? -
Wir wissen's nicht; doch voll Vertrauen
Blickt unser Auge himmelwärts.
Gott, der den Lauf der Zeiten leitet,
Bleibt Vater, wie er ewig war;
Er, der uns so viel Heil bereitet,
Wird mit uns sein auch dieses Jahr.
Ein Bild von seiner Huld und Gnade
Ist, teure Eltern, Ihre Treu';
Sie war auf meinem Lebenspfade
Mir alle Tage groß und neu.
Drum küss' ich dankbar Ihre Hände
Und flehe den Allgüt'gen an,
Dass jeden Unfall er abwende
Von Ihrer ganzen Lebensbahn.
Dieses Jahr mög' Ihnen sanft entschweben
In stiller Häuslichkeit und Ruh,
Und jeder Tag führ' Ihrem Leben
Den reichsten Gottessegen zu.
poetische Bibliothekar, 1845
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