Themenbereich: Gedichte zur Silberhochzeit
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Gedichte zur Silberhochzeit

Sammlung klassischer Gedichte zur Silberhochzeit. Die Silberhochzeitsgedichte entstammen antiquarischen Büchern. Seite 2 von 4 [gedichte-zur-silberhochzeit.htm]



Zur Silberfeier des Bruders

Längst verschwunden ist von Tellus Fluren
Jener Göttertraum, die goldne Zeit. -
Dreimal glücklich, wer des Traumes Spuren
Ein Gewand von lichtem Silber leiht!

Silbern glänzt des Stromes klare Welle,
Silbern spiegelt sie Selenens Licht
Silbern tanzt des Berges frische Quelle,
Wenn sie sich durch Dorngewinde bricht.

Silbern sind des Saitenspieles Töne,
Silbern ist Aödi's Melodie,
Überall das Zarte, wie das Schöne,
Traum, Du siehst es ohne Silber nie.

O so sei dann tausendmal willkommen
Silberfest im lichten Horentanz!
Zeig' uns wieder, den Du einst genommen,
Zeig' uns wieder jenen Myrthenkranz!

Lass ihn zarte Enkelinnen winden
Für das Lockenhaar der Silberbraut!
Auch im Winter wirst Du Myrthen finden,
Von der Liebe Sorge frisch betaut.

Und so wie du heut' im Silber blühend
Bringst dem Bruder süßer Freuden viel,
Zeig' ihm auch am Abendhimmel glühend,
Zeig' ihm fern das schöne goldne Ziel.

poetische Bibliothekar, 1845



Zu Silberfeier des Oheims und der Tante
( Von der Nichte gesprochen. )

Das Silber ist ein Bild der sanften Tugend,
Wenn es geläutert unsern Blick begrüßt;
Es schimmern dann aus feinem milden Glanze
Die Liebestreue und Bescheidenheit.
Drum wurde von den Vätern es erwählet
Zum Tugendlohne für ein edles Paar,
Das fünfundzwanzig wechselhafte Jahre
Durch's Erdenleben eilte Hand in Hand.

So schmückt der Kranz Silberstoff gewoben
Auch Deine Schläfe heut', verehrtes Paar!
Der Myrthenkranz, der einst die Braut gezieret,
Ist jetzt gereift und trägt die Silberfrucht.

Und schüchtern steh' ich nun in diesem Kreise
Und bringe Dir, getreuem Ehepaar,
Die Wünsche aller, die Du hier erblickest,
Mit Jubelgruß aus treuem Herzen dar.

Von meiner Mutter, die, geliebter Onkel!
Durch zartgewebte Bande der Natur
Mit Dir verschwistert für ein ew'ges Leben,
Ward mancher Wunsch mir freundlich mitgegeben,
Den heute sie von Gottes Gnad' erfleht,
Für Dich und Deiner treuen Gattin Heil!

Wohl wendest Du zufrieden Deine Blicke
Auf jeden Pfad, den Du durchwandelt hast.
Ein kräft'ger Mann stehst Du im Pilgertale
Und findest vierfach noch der Liebe Glück:
Denn Deine Mutter, die Dich einst geboren,
Sie nennt noch mit Stolz Dich ihren Sohn,
Sie freuet noch mit Dir sich dieses Lebens,
Und reichet Dir das erste Liebesglück.

Dann stehet die Gefährtin Dir zur Seite,
Die, heute sind es fünfundzwanzig Jahr,
Als junge Braut Dir zum Altare folgte
Und Leid und Freude treu mit Dir geteilt.
Sie freuet sich des biederen Gefährten,
Und reichet Dir das zweite Liebesglück.

Das dritte lächelt Dir in Deinen Kindern,
Von denen achte heute Dich begrüßen
Und mit Dir feiern dieses Silberfest;
Die andern, fünfe, sind vorangegangen,
Um drüben in des Himmels Sonnengarten
Den Vater und die Mutter zu erwarten,
Und dort als Engel einst Euch zu empfangen.

Zuletzt noch lächeln Dich die lieben Kleinen,
Der Tochter Kinder, heute freundlich an.
"Großvater!" lispelt es von ihren Lippen,
Und zarte Neigung spricht aus ihrem Blick
Und reichet Dir das vierte Liebesglück.

So, teurer Onkel! so, geliebte Tante!
Seid lange noch auf dieser schönen Erde
Von treuer Liebe überall umringt;
So wandelt neue fünfundzwanzig Jahre,
Von jedem Kummer, jedem Schmerz befreit,
Zum neuen Feste der Vermählung hin.

Dann rausche Jubelgold um Eure Schläfe,
Und es begrüße Euch der Enkel Chor
In reicher Zahl, mit froher Herzensstimme,
Und möge es der Mitwelt laut verkünden:
Welch schönen Lohn die edlen Menschen finden!

poetische Bibliothekar, 1845





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