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Gedichte
zur Silberhochzeit
Sammlung klassischer Gedichte zur Silberhochzeit. Die Silberhochzeitsgedichte
entstammen antiquarischen Büchern. Seite 3 von 4
[silberhochzeitsgedichte.htm]
Bei Überreichung einer Torte
Möge Euch mit dieser Torte
Auch ein Lied, nur schlicht und klein,
Aber doch voll treuer Worte,
Zu dem Fest willkommen sein,
Das der ersten Liebe Glück
Durch Erinn'rung ruft zurück.
Sanft umstrahlt vom Silberglanze
Einer schönen Prüfungszeit,
Gebt Ihr heut' dem Myrthenkranze
Den Tribut der Dankbarkeit.
Treue webt mit zarter Hand
Neu für Euch der Liebe Band.
Denn in fünfundzwanzig Jahren,
Wo Ihr Euch stets treu geliebt,
Habt Ihr es gewiss erfahren,
Welchen Lohn die Liebe gibt:
Ja, ein Blick auf Euch, der zeigt,
Ihr habt hohes Glück erreicht.
Nun noch fünfundzwanzig Jahre
Bleib' der Myrthenkranz Euch hold,
Schmück' Euch dann die Silberhaare
Mit der Treue Sonnengold,
Bis der Frühlings Blütenduft
Atmet über Eurer Gruft.
poetische Bibliothekar, 1845
Der Gatte an die Gattin
Seit ich, Teure, Dich in Lieb' errungen,
Seit ein Rosenband uns fest umschlungen,
Schwand im wilden Wechselstrom der Zeiten
Unsres Lebens schönster Teil;
Schwanden mit ihm viele holde Freuden,
Schwanden mit ihm viele herbe Leiden,
Manches Dulden, manches feste Streiten,
Mancher Unstern, manches Heil.
In des Lebens blumenreichem Lenze,
Wandelst freundlich Du mit Blumenkränze;
Und im Sturm, im düstern Missgeschicke
Bliebst Du mir ein milder Stern;
Teiltest liebend meines Lebens Frieden,
Auch was mir das Schicksal hart beschieden,
Dunkle Nacht und helle Sonnenblicke
Teiltest Du mit mir so gern.
Wenn des Lebens wechselnde Gestalten,
Wenn des Schicksals tief verborgnes Walten
Und das Treiben und das rege Sorgen
Schwarz umdüstert meinen Sinn,
Floh ich heim zu unsern Hausaltären,
Du nur konntest Ruhe mir gewähren
Und wie Nebel vor dem hellen Morgen
Schwand mir jeder Kummer hin.
Dank Dir, Teure, für Dein treues Lieben,
Dank, dass fest Du neben mir geblieben,
Das Du meiner Tage Last und Schwüle
Mutig mitgetragen hast!
Wäre doch, Gefährtin meines Lebens!
Meiner Liebe Wünsche nicht vergebens:
Möchtest Du der Freude noch recht viele
Mit mir teilen - lindernd Sorgenlast.
Möge stets Gesundheit Dich erfreuen,
Und der Kinder kräftiges Gedeihen,
Und in finstern freudelosen Tagen
Bleibe Dir Dein hoher Mut!
Wollest ferner liebend bei mir stehen
Bis ins bess're Land wir übergehen.
Noch im Sterben will ich's freudig sagen:
Du warst stets mein höchstes Gut!
poetische Bibliothekar, 1845
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